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Auf der Suche nach der Antwort auf diese Frage fand ich in BRWissen vom 12.08 des letzten Jahres diesen informativen Text, den ich Euch, wenn auch ein wenig gekürzt, nicht vorenthalten möchte.
Den nächsten Freitag, 13. erlebt dann jeder hoffentlich ganz entspannt.
In der Antike war Freitag, der 13., noch ein guter Tag und der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Mit dem Christentum ging's bergab: Der Glückstag wurde zum Unglückstag. Wie kam's? Und warum man keine Angst vor Freitag, dem 13., haben muss.
Pannentag der Pechvögel - fällt der 13.Tag eines Monats auf einen Freitag, so spricht der Volksmund von einem Unglückstag. Also lieber gar nicht vor die Tür gehen? In Deutschland glaubt immerhin jeder Vierte, dass ein Freitag, der 13., ein Unglückstag ist. Und immerhin 28 Prozent der Deutschen finden, dass allein die Zahl 13 schon Schlimmes verheißt. Zu Recht?
Freitage fallen häufiger auf einen Dreizehnten
Die schlechte Nachricht vorab: Freitag, den 13., gibt es relativ häufig: Ein- bis dreimal pro Jahr ereilt uns dieser Termin. Denn Freitage fallen häufiger auf einen 13. als andere Wochentage. Das zumindest errechnete der amerikanische Mathematiker Joseph Oscar Irwin. Da sich der Kalender alle 400 Jahre wiederholt, hatte er 4.800 Monate als Berechnungsgrundlage. Und in jedem gibt es einen 13. Die Verteilung auf die Wochentage war nicht gleich: Je 684-mal fällt der 13. auf einen Donnerstag oder Samstag, in 685 Fällen ist der 13. ein Montag oder Dienstag, 687-mal ein Mittwoch oder Sonntag und 688-mal eben ein Freitag. Ein minimaler Vorsprung.
Freitage sind generell unfallträchtiger - aber nicht am 13.
Am Freitag passieren die meisten Unfälle. Aber nicht an einem Freitag, 13.
Die Analysen der Zurich-Versicherung in Deutschland lassen auf einen harmlosen Freitag, den 13., schließen. Seit dem Jahr 2009 wertet das Unternehmen die eigene Schadens-Statistik zum "schwarzen Freitag" aus. Das Ergebnis: Die Haus-Statistik zeigt, dass "im langjährigen Mittel die Zahl der an einem Freitag, den 13. gemeldeten Fälle "auf ähnlichem Niveau wie an allen anderen Tagen liegt", sagt Bernd O. Engelien, Leiter der Unternehmenskommunikation der Zurich Gruppe Deutschland.
Von 2009 bis 2016 passierte an diesem Tag im Schnitt sogar weniger: An allen Freitagen, die von 2009 bis einschließlich 2016 auf einen 13. gefallen sind, sind im Schnitt knapp 1.900 Schäden gemeldet worden - an allen anderen Tagen rund 2.000. Insgesamt wurden an Freitagen, die auf den 13. fallen, sogar rund zehn Prozent weniger Schäden verzeichnet als an allen übrigen Freitagen.
Freitag, der 13., macht Menschen vorsichtiger
Offenbar verhalten sich die Menschen an einem "schwarzen Freitag" aus Furcht so vorsichtig, dass nicht mehr, sondern weniger passiert als sonst. Nur übertreiben darf man es mit der Vorsicht nicht, sonst wird die Angst vor dem Freitag, dem 13., am Ende zur "selbsterfüllenden Prophezeiung".
Unglückstag - echte Panik oder Nervenkitzel?
Psychologen beruhigen: Echte Angst vor einem Freitag, den 13., hat kaum jemand. Eher fühlen Menschen, die diesen Tag für einen Pechtag halten, "ein gewisses Unbehagen", so der Psychologe Peter Beckwermert. In der Regel ist die Aufmerksamkeit, die dieser Tag erhält, ein Kulturphänomen, das der Unterhaltung dient.
Dreizehnter ist Angst-Tag seit 1950er-Jahren
Die Idee, dass ein Freitag, der 13., ein Unglückstag ist, ist zudem noch ziemlich neu. Erst in den 1950er-Jahren taucht sie hier in Deutschland auf. Zwar ist die Zahl 13 schon sehr lange ungern gesehen. Sie störte schon in alten Hochkulturen die harmonische 12. Im Volksmund wird die 13 auch "Dutzend des Teufels" genannt. Und auch der 13. Gast beim letzten Abendmahl, der Verräter Judas, hat ihr Image nicht verbessert. Der Freitag hingegen war in der Antike ein positiv besetzter Tag - der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Doch das Christentum war dem Freitag nicht hold: Adam und Eva sollen am fünften Tag – dem Freitag - vom verbotenen Apfel gegessen haben. Und dass Jesus an einem Freitag gekreuzigt wurde, machte den Freitag zu einem Tag der Trauer und des Fastens.
Der Horror: Fliegen in Reihe 13
Die Angst vor der 13 hat längst ihren Platz in unserem Alltag: Viele Hotels haben keine Zimmernummer 13 (wir auch nicht), einige Fluggesellschaften wie die Lufthansa verzichten in ihren Maschinen auf eine Sitzreihe mit der Nummer 13. Wirklich konsequent ist die Lufthansa dann aber doch nicht: Täglich gibt es unter anderem den Flug LH 013 von Hamburg nach Frankfurt.
Freitag, der 13. - ein importierter Aberglaube
Doch lange Zeit waren der Freitag und die Zahl 13 in keinerlei Aberglaube miteinander verbunden. Der Ethnologe Gunter Hirschfelder untersuchte, wann die beiden Unglücksraben zusammenkamen: 1869 brachte erstmals ein US-amerikanischer Journalist Kursschwankungen an der Börse mit einem Freitag, den 13., in Verbindung. Und in den 1950er-Jahren tauchte der Unglückstag als solcher erstmals in der deutschen Presse auf. Er ist also importiert, ähnlich wie der Valentinstag oder Halloween. Und warum streichen wir solche Daten gerne in unseren Kalendern rot an? Für Hirschfelder ganz einfach: Wir suchen uns neue Kunst-Termine, weil traditionelle Strukturierungen wie Aussaat, Ernte oder das Kirchenjahr heute kaum noch eine Rolle spielen.
Also, eigentlich alles gut, oder … und das nächste Mal, dass der Freitag auf einen 13. fällt ist eh erst nächstes Jahr.